Schweiz : In die Isolation

Die Schweiz hat gewählt – und das Land und viele Europäer starren auf das Abschneiden der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP). Die hat, so sah es am Sonntagabend aus, einmal nicht zugelegt, sondern sogar Stimmen verloren. Dennoch: Sie ist wieder die stärkste Partei in dem reichen Staate im Herzen Europas geworden. Die Strategie der helvetischen Nationalkonservativen ist ebenso simpel wie gefährlich. Zuerst malen sie in düsteren Farben ein Szenario der Bedrohung. In diesem Wahlkampf mussten die Europäische Union und die Einwanderer herhalten. Die EU, so die Warnung der SVP, will die Schweiz schlucken. Und die Einwanderer, so schwadroniert sie, breiten sich hemmungslos in Helvetien aus, viele seien Kriminelle, klauten die Jobs und machten Eidgenossen zu Fremden im eigenen Land. Gegen die Übel EU und Einwanderer hilft natürlich nur – die SVP. Die Partei stilisiert sich so zum nationalen Retter der Eidgenossen. Doch der Preis, den die Schweizer für den SVP-Erfolg zu zahlen haben, ist hoch: Sie schaffen ein ausländerfeindliches Klima im Land. Sie isolieren sich politisch in Europa weiter. Und sie festigen ihren zweifelhaften Ruf als Heimat der erfolgreichsten rechtspopulistischen Partei Europas. jdh.

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