Meinung : Schwindende Geduld

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Die Gefängnisse werden voller. Zwar sagt die Statistik nichts über die Gründe dieser Entwicklung. Doch liegen zwei Annahmen nahe. Die seit Jahren immer wieder aufkommende Debatte über die Täterfixierung in der Justiz beginnt sich auszuwirken. Die gibt es immer noch. Mutmaßliche Schwerverbrecher – Beispiel Mario M. aus Dresden, um ein prominentes zu nennen – werden behutsam verhandlungsfähig erhalten. Ihre psychiatrische Begutachtung, die unbestritten sein muss, erfolgt stets unter der Maßgabe, dass Resozialisierung und Therapie möglich sein sollen. Das Publikum aber sieht fassungslos den Aufwand, der da getrieben wird – zumal man hierzulande schon heftig und möglichst wiederholt zulangen muss, um überhaupt zu einer Haftstrafe zu kommen. Womöglich schwindet heute mehr Richtern die Geduld mit notorischen Kriminellen. Zumal sich bei jugendlichen Straftätern eine immer heftigere Tendenz zum brutalen Zuschlagen zeigt. Da stellt sich die Frage, ob unter kriminellen jungen Schlägern zu selten die Sorge umgeht, dass man tatsächlich mal im Knast landen könnte. Da ist es nicht falsch, wenn die Justiz zeigt, dass Strafe abschrecken soll. wvb.

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