Meinung : Sechs Minuten mehr

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Ein Glanzstück in der Geschichte des Tarifwesens ist das nicht, was Arbeiter und Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes achteinhalb Wochen lang geboten haben. Endlich – so seufzen wohl vor allem die Bürger Baden-Württembergs, haben die Kontrahenten einen Kompromiss zustande gebracht. Nach achteinhalb Wochen Streik. Wenn sich Arbeitgeber und Gewerkschaften in der Privatwirtschaft so lange verzetteln würden, wäre die betroffene Branche kurz vor der Pleite. Es war am Ende peinlich, wie sich die Bornierten blockierten und wochenlang um die Schwelle von 39 Wochenstunden herumschwankten. Als ob ein paar Minuten mehr Arbeit die öffentlichen Haushalte sanieren könnten oder die Arbeitslosigkeit gravierend verändern würde. Am Ende sind es genau 39 Stunden oder sechs Minuten mehr am Tag. Hat sich dafür das Ballyhoo gelohnt? Nein. Dieser Kompromiss, das haben die Kommunen in Hamburg und Niedersachsen gezeigt, war schon vor Wochen möglich. Zusätzliche Arbeitsplätze bringt der Abschluss auch nicht. Dabei müsste doch gerade der öffentliche Dienst sein Beschäftigungspotenzial als Arbeitgeber und Ausbilder nutzen. Vertan. alf

Seiten 1 und 15

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