Meinung : Sein Ende ist ein Anfang

TAYLOR TRITT AB

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Vor vierzehn Jahren marschierte Charles Taylor mit einer Hand voll libyscher Söldner auf die Hauptstadt Liberias zu. Damals stoppte ihn die nigerianische Armee, doch der brutale, schließlich erfolgreiche Kampf Taylors um Liberia hatte begonnen. Vierzehn Jahre später tritt er als Präsident des Landes zurück – und der Kampf um das westafrikanische Land beginnt von neuem: Weite Teile Liberias sind von den Rebellen besetzt, die amerikanischen Soldaten weiterhin nur in Warteposition, und der Nachfolger Taylors, Vizepräsident Moses Blah, höchstens eine Übergangslösung. Die Rebellen der Lurd haben bereits angekündigt, Blah nicht als Präsidenten anzuerkennen. Doch eine Machtübernahme der Rebellen dürfte nach den Kämpfen der vergangenen Monate das Blutvergießen verlängern. Die Amerikaner sollten deshalb ihre Ankündigung wahr machen, die sie an den Rücktritt Taylors geknüpft hatten, und die militärische Friedenstruppe der westafrikanischen Nachbarländer direkt unterstützen. Ein gezieltes Eingreifen, das haben die Briten in Sierra Leone gezeigt, könnte vermutlich rasch zu einer Waffenruhe führen. Das Beispiel zeigt auch, was folgen muss: In Sierra Leone sind derzeit knapp 18 000 UNBlauhelme stationiert, die das Land stabilisieren helfen. Ohne die langfristige Hilfe der Vereinten Nationen wird auch das größere Liberia nicht zur Ruhe kommen. Er habe seine Pflicht getan, sagte der Gewaltherrscher bei der Abdankung scheinheilig. Jetzt sind andere in der Pflicht. mos

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