Meinung : Sein langer Abschied

-

Er wolle sich in seiner verbleibender Amtszeit um eine Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts bemühen, verkündete der britische Premier Tony Blair auf dem Labour-Parteitag. Nicht unbedingt ein Projekt für jemanden, der gedenkt, in Kürze aus dem Amt zu scheiden. Einen Abschiedstermin, auf den alle warten, nannte Blair nicht. Doch möglicherweise wird er nun sogar früher gehen als zum kolportierten Zeitpunkt im kommenden Frühjahr. Denn so kämpferisch, so witzig und so zukunftsgerichtet seine Rede auch war, Blair wirkte, als falle mit jedem Wort eine größere Last von ihm ab. „Loszulassen ist immer schwer, aber es ist der richtige Schritt“, sagte er – und die Rede war für alle spürbar ein Teil dieses Abschiedsprozesses. Blair hat akzeptiert, dass Labour in Zukunft ohne ihn auskommen will. Ob es für die Partei eine gute Idee ist, Blair gegen Brown auszutauschen, wird sich erst noch zeigen. So generös die Worte des scheidenden Parteichefs über Gordon Brown auch waren, dass der eher als Blair die Partei zu einem noch nie dagewesenen vierten Wahlsieg in Folge führen kann, ist im Moment nämlich unwahrscheinlich. mos

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben