Senat und S-Bahn : Großzügig und knausrig

Wer nichts mitteilen will, hat meist ein schlechtes Gewissen. Beim Umgang des Senats mit der S-Bahn scheint sich das erneut zu bestätigen.

Klaus Kurpjuweit

Den Vertrag, den das Land mit dem Unternehmen abgeschlossen hat, sollte außer den Beteiligten niemand sehen dürfen; auch nicht die Abgeordneten, die die Regierung kontrollieren sollen. Und auch zu der 2008 mit der S-Bahn ausgehandelten Einigung bei den Gebühren für das Befahren der Gleise will die zuständige Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) bis heute nichts sagen. Kein Wunder. Wie sich jetzt herausstellt, hat der Senat die Forderungen der Bahn, die er 2004 noch für viel zu hoch hielt, akzeptiert – was allein im vergangenen Jahr zu Mehreinnahmen bei der Bahn in Höhe von fast 13,5 Millionen Euro führte. Der Senat kann offenbar großzügig sein, sei es bei der S-Bahn oder beim Golfclub Wannsee. Nur mit Informationen dazu ist er knausrig. Das kann man bei solchen Abmachungen verstehen. Wie es zu solchen Beschlüssen kommen kann, lässt sich aber kaum noch nachvollziehen. kt

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