Meinung : Shoppen und Kicken

FUSSBALL AM MITTAG

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Das ist das Tolle am Fußball: Selbst in der Winterpause bleibt es spannend. Spielt die Bundesliga künftig mittags? Werden die Stars des FC Bayern direkt von ihrer Nobeldiskothek P1 zum Anpfiff ins Stadion fahren? Stehen Familienväter künftig samstagmittags im Fanblock statt im Supermarkt? Diese Fragen beschäftigen die Nation, seit Ligachef Hackmann vorgeschlagen hat, die Spiele samstags um 12 Uhr 30 anzupfeifen. Der Sinn der Sache? Eigentlich keiner. Die Fans wollen lieber zu Hause mittagessen. Und die Vereine möchten keine Frühschicht, nur damit Spiele auch in Asien live zu sehen sind. Der Vorschlag hat also wenig Chancen. Aber er ist bezeichnend für den deutschen Fußball. Der Bundesliga geht das Geld aus, die Ware ist dem Fernsehen und den Rechtehändlern weniger wert. Der Ligaverband will nun die Spiele selbst vermarkten – notfalls mittags. Doch ohne Fans wird das nichts. Sie haben bereits eine Verlegung der Partien auf Samstagabend boykottiert und erfolgreich gegen eine Zerstückelung der Spieltage protestiert. Sie wollen Fußball am Samstag um 15 Uhr 30 und unter Flutlicht am Freitagabend. Eines sollten die Funktionäre wissen, bevor sie das nächste Eigentor schießen: Leere Stadien will auch in China keiner sehen. ide

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