Sicherheitsapparat : Alles neu in Israel

Die Wechsel bei Mossad und israelischer Armee sind bedeutungsvoll: Nicht wenige Experten nehmen an, dass die Störungen des iranischen Atomprogrammes ein „Abschiedsgeschenk“ von Mossad-Chef Dagan gewesen seien.

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Skandal, Skandal und noch einmal Skandal. Die gesamte Spitze des israelischen Sicherheitsapparats wird im Schatten einer endlos scheinenden Kette von Skandalen in diesen Tagen ausgewechselt. An der Spitze der Sicherheitskräfte, der Geheimdienste und der Polizei ist ein großes Revirement in vollem Gange: Termingemäß ausgetauscht wurde der Kommandant des militärischen Nachrichtendienstes; die Ernennung des neuen Oberkommandierenden der nationalen Polizei wurde verschoben, um eine interne Untersuchung über einen der beiden Kandidaten, möglicherweise über beide, abzuwarten; und in dieser Woche wurde Tamir Pardo zum neuen Chef des legendären, aber auch berüchtigten Auslandsgeheimdienstes Mossad ernannt. Er wird Nachfolger von Meir Dagan, der vier Jahre zu lang diesen Posten versehen hatte wegen angeblich fehlenden Nachfolgekandidaten. Über die Grenzen Israels hinaus bedeutungsvoll sind oder könnten die Wechsel bei Mossad und Armee werden: So nehmen nicht wenige Experten an, dass die kürzlichen Störungen des iranischen Atomrüstungsprogrammes – die Computerattacken und die Liquidierung von iranischen Atomwissenschaftlern – eine Art „Abschiedsgeschenk“ von Mossad-Chef Dagan gewesen sein dürften. Wie sein Nachfolger Pardo gegen die iranische Atombedrohung vorzugehen plant, ist weltpolitisch von größter Bedeutung – aber noch unbekannt.

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