Siemens : Unvergleichbar

Die Kleinen hängt man ... Das könnte nun auch für den Korruptionsskandal bei Siemens gelten.

Corinna Visser

Was für ein Sumpf! Über Monate haben die Enthüllungen in der Siemens-Schmiergeldaffäre die Öffentlichkeit in Atem gehalten. In fast jedem Unternehmensbereich und in fast jedem Land der Welt hatten Mitarbeiter versucht, durch Schmiergeldzahlungen das Geschäft anzukurbeln. Etwa 1 300 000 000 Euro sind in dubiose Kanäle geflossen. Und wer war verantwortlich? Die ersten Manager sind verurteilt, aus der obersten Führungsriege stand aber noch keiner vor Gericht. Nun haben sich drei ehemalige Zentralvorstände auf einen Vergleich mit Siemens geeinigt. Mit Heinrich von Pierer steht das noch aus. So recht wollte niemand glauben, dass der langjährige Vorstandschef nichts von all den geheimen Zahlungen gewusst haben soll. Eine öffentliche Gerichtsverhandlung könnte darüber Aufklärung bringen. Ansonsten hat sich Siemens bereits alle Mühe gegeben, Licht in die Affäre zu bringen. Eine Gerichtsverhandlung und erneut negative Schlagzeilen will das Unternehmen offenbar vermeiden – zumal der Schaden nicht wirklich gutzumachen ist. Doch sollte es keine Anklage geben, bliebe der schale Geschmack zurück, dass wieder einmal nur die kleinen Fische zur Rechenschaft gezogen werden.

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