Sigmar Gabriel im Iran : Auf die Schnelle

Sigmar Gabriel ist er erste, der nach dem Ende der Sanktionen in den Iran reist. Im Gepäck hat er hochrangige Wirtschaftsvertreter, die auf Geschäfte mit dem Ölstaat hoffen. Doch schnell sein ist nicht immer gut. Ein Kommentar.

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Sigmar Gabriel im Iran
Sigmar Gabriel im IranFoto: dpa

Es hat Vorteile, schnell zu sein. Sigmar Gabriel, der deutsche Wirtschaftsminister, ist der erste westliche Spitzenpolitiker, der nach Abschluss des Atomabkommens in den Iran reist. Und er kommt nicht alleine: Hochrangige Vertreter der deutschen Wirtschaft begleiten ihn.

Die deutschen Unternehmen hoffen, an jene alten Zeiten anknüpfen zu können, als Deutschland einer der wichtigsten Handelspartner des Ölstaates war. Klar ist: Es gibt einiges zu holen und nachzuholen in dem Land, dessen Wirtschaft nach den Sanktionen des Westens am Boden liegt.

Im nächsten Jahr laufen diese Sanktionen aus – eine gute Nachricht für die iranische Wirtschaft und die Bürger. Viele junge Iraner sind arbeitslos, neue Investitionen könnten ihnen eine wirtschaftliche Perspektive geben.

Das Ende der Sanktionen, Wirtschaftsbeziehungen mit dem Westen und die Hoffnung auf mehr Wohlstand spielen aber auch der Regierung in Teheran in die Hände. Und die rückt von ihrer Anti-Israel-Rhetorik nicht ab. Da mag Gabriel noch so vehement das Existenzrecht Israels verteidigen und Reformen im Land anmahnen – gehört wird er nicht. Schnell zu sein, kann auch Nachteile haben.

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