Meinung : Signal von der Saar

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Das Saarland ist schon ein besonderer Flecken in Deutschland. Dort hat die Linke noch eine Heimat. Nicht nur in der SPD. Auch die CDU an der Saar hat, relativ gesehen, einen Linken als Chef: Peter Müller. Der, seit 1999 Ministerpräsident, hat jetzt bei seiner Wiederwahl im Parteiamt ein Ergebis erreicht, das auch einem anderen Saarländer gefallen hätte. Nein, nicht Lafontaine - Honecker. 424 Delegierte stimmten ab, und nur ein einziger gegen Müller. Dermaßen unangefochten zu sein bedeutet einen Vertrauensbeweis für seinen politischen Kurs im Land, als Regierungschef, wie im Bund, als Präsidiumsmitglied der CDU. Jedenfalls wird Müller in seiner Position gegen Fundamentalopposition gestärkt. Nun leitet er die CDU-Kommission, die die Partei bei der Zuwanderung in die Wirklichkeit geführt hat. Und zwar er fast im Alleingang. Das ausgewogene Papier der Kommission, das so viel Aufsehen erregte, hatte Müller nach den Beratungen kurzerhand selbst geschrieben. Jetzt bietet er Bundesinnenminister Otto Schily Gespräche an. Müller lässt auf einen Kompromiss bei diesem gesamtgesellschaftlich wichtigen Thema hoffen. Denn er ist Christdemokrat, aber auch progressiv, sogar ein wenig grün, kurz: ein passender Mittler. Und wenn das mit Schily zur allseitigen Zufriedenheit klappt, ist auch dieser Saar-Premier für neue Ämter in der Bundespartei stark genug. In der CDU, versteht sich.

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