Meinung : Signalwirkung

„Was müssen wir wissen“ vom 28. April

Ich arbeite in Kundus im Bereich „Governance“ für das afghanische Justizministerium. Zum Thema: Die Koran-Verbrennung ist kein Akt der Meinungsäußerung oder der Kunstfreiheit, sondern steht in Deutschland gemäß Paragraf 166, 167 Strafgesetzbuch unter Strafe. Interkulturelle Kompetenz und aufgeklärter westlicher Liberalismus kann nicht so weit gehen, dass man solche Handlungen als Aufreißer in die Zeitungen nimmt. Hier ist Maß und Verantwortung auch von Journalisten gefragt. Wir haben nicht nur Tote zu beklagen, sondern auch eine aktuelle fortdauernde Gefahrenlage in den muslimischen Ländern, deren Bürger sich in ihrer Religionsausübung beleidigt fühlen. Mir ist völlig unverständlich, wie in einem Land wie den USA kein Staatsanwalt gegen die beiden Pfarrer strafrechtlich ermittelt. Ein solches Signal würde mehr befrieden, als es Waffen jemals schaffen.

Dr. Joachim Sproß, Berlin-Wedding

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