Silvio Berlusconi : "Der beliebteste Regierungschef der Welt bin ich"

Die Beliebtheit des italienischen Regierungschefs Berlusconi hat unter der Affäre um die 18-jährige Noemi kaum gelitten. Nun gibt es sogar eine Unterschriftensammlung: Er solle den Friedensnobelpreis erhalten. Schließlich habe er den Dritten Weltkrieg verhindert.

Dominik Straub

Das verkündete ein fröhlicher Silvio Berlusconi wenige Tage vor dem Platzen der Affäre um die 18-jährige Schülerin Noemi und des Kragens seiner Frau Veronica. Der Cavaliere bezog sich dabei auf die über 70 Prozent Zustimmung, auf welche seine Amtsführung bei den Italienern stieß.

Unterdessen kann beim italienischen Regierungschef zwar von fröhlich keine Rede mehr sein, aber seine Beliebtheit hat wegen seiner Eheprobleme und seinem Umgang mit Minderjährigen zumindest in Italien nicht ernsthaft gelitten. Im Gegenteil: Am Dienstag wurde in Rom mit einer Unterschriftensammlung begonnen. Ziel der Aktion: Berlusconi soll den Friedensnobelpreis 2010 erhalten.

Ein Scherz? Im Gegenteil: Es sei Berlusconi gelungen, „in einem historischen Moment die reale Gefahr eines Dritten Weltkriegs zu bannen“, betont der Präsident des Unterstützungskomitees, Emanuele Verghini. Die Rettung der Welt vor dem nuklearen Holocaust erfolgte im vergangenen Sommer während des Krieges zwischen Russland und Georgien. Die Friedensverhandlungen führte zwar Frankreichs Staatspräsident Sarkozy, aber hinter den Kulissen spann zum Glück Silvio Berlusconi, der seine alte Freundschaft mit Wladimir Putin in die Waagschale warf, die entscheidenden Fäden. „Im Konflikt zwischen Russland und Georgien hat Silvio Berlusconi seine besten Gaben, die ihm im Ausland schon immer attestiert wurden, eingesetzt: seine Flexibilität, seine Fähigkeit, zuzuhören und zu vermitteln, seine Menschlichkeit“, heißt es in der Begründung der Nobel-Initianten.

Graue Eminenz des Unterstützungskomitees ist Berlusconis ergebener Staatssekretär Carlo Giovanardi. Aber natürlich ist der Gedanke, dass die Initiative vom Cavaliere selber inspiriert sein könnte, ganz und gar abwegig: Das Komitee handle „völlig autonom“, betont Verghini. Bereits über 130 000 Italiener hätten die Website des Komitees besucht, um die Initiative zu unterstützen.

Statt Häme und Kritik hätte Silvio also unser aller Dank verdient. Ehefrau Veronica soll es sich ruhig hinter die Ohren schreiben, und mit ihr die linken Medien: „Silvio Berlusconi war es, der Millionen Menschen vor dem sicheren Tod bewahrt hat“, betont Verghini. Angesichts dieses nicht ganz unbedeutenden Verdienstes könnte das kleinliche Genörgel wegen Noemi und den Damen auf den Wahllisten eigentlich allmählich wieder aufhören.

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