Simon McDonald, britischer Botschafter : "Das Tempo ist rasant in Berlin"

Der neue britische Botschafter Simon McDonald ist an turbulente diplomatische Einsätze gewöhnt. Ein Porträt.

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Foto: Britische Botschaft
Foto: Britische Botschaft

Gerade hat er im Rekordtempo die Nachfolge von Sir Michael Arthur angetreten und betrachtet das neue Amt als eine seiner wichtigsten Herausforderungen. „Es war eine große Ehre für mich, Bundespräsident Wulff nur knapp zwei Wochen nach meiner Ankunft mein Beglaubigungsschreiben zu übergeben“, sagt der 49-Jährige.

Der Botschafterposten ist nicht seine erste Mission in Deutschland. Von 1988 bis 1990 war er an der britischen Botschaft in Bonn zweiter Botschaftssekretär für Wirtschaft und erlebte so hautnah die aufregenden Zeiten nach dem Fall der Mauer und auf dem Weg zur Wiedervereinigung mit. Er ist „Commander of St Michael and St George“ und kommt, wie es bei den Briten ebenso respektvoll wie lakonisch heiß, „direkt aus Number 10“.

Damit ist die Nummer 10 in der Downing Street gemeint und ein hochkarätiges Netzwerk. Der neue Botschafter war seit 2007 außenpolitischer Berater und Leiter der Außen- und Sicherheitspolitik im Kabinettsamt des Premierministers, zunächst beim Labour-Premier Gordon Brown und seit dem Frühjahr bei dessen konservativem Nachfolger David Cameron.

Im Auswärtigen Dienst ist Simon McDonald seit 1982. Zunächst war er Referent für die Benelux-Länder. Ein Sprachlehrgang Arabisch setzte ihn auf die Schiene für die herausfordernden Gegenden der Welt. Zwei Mal war er in Riad stationiert, von 1985 bis 1988 als Botschaftssekretär und dann noch einmal von 1998 bis 2001. Dazwischen lagen Einsätze in London, unter anderem als Redenschreiber des Außenministers, und in Washington, wo er für das Thema Innenpolitik zeichnete. Dass er ein „sichtbarer Diplomat“ sein will, der sich zu Wort meldet, bewies er schon in seiner Zeit als Botschafter in Israel. Nach drei Jahren in Israel war er im Außenministerium für den Irak zuständig.

Simon McDonald bringt seine Frau Olivia mit. „Persönlich lebe ich ausgesprochen gern in Berlin. Das Tempo ist rasant und meine Arbeit faszinierend.“ Das älteste der vier Kinder wurde in Bonn geboren. Seine Residenz befindet sich im Grunewald. Der Botschafter führt seinen Hund gern an der nahe gelegenen Auslaufstelle aus, ein guter Ort, um die Nachbarn kennenzulernen. Sein Debüt in der Berliner Gesellschaft wird am kommenden Wochenende bei der Aidsgala erwartet. Elisabeth Binder

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