Skandal um Eier : Auch Bio ist eine Industrie

Nach dem Skandal um Bio-Eier sollen die Hennenställe besser kontrolliert werden. Dabei wird übersehen: Auch nach dem Verbot von Käfigbatterien bleibt die Produktion von Eiern industrialisiert - selbst wenn Bio draufsteht.

Dagmar Dehmer
Ist bei Bio-Eiern wirklich drin, was draufsteht?
Ist bei Bio-Eiern wirklich drin, was draufsteht?Foto: dpa

Nun rufen alle wieder nach mehr Kontrollen. Als würden die Kontrollen an den Zuständen in den Hennenställen irgendetwas ändern. Es wird den Behörden nicht gelingen, in einem Betrieb mit zehn Ställen, in denen jeweils 10 000 Hennen sitzen, die genaue Anzahl zählend zu ermitteln. Das Eiergeschäft ist durchindustrialisiert. Daran hat das Verbot von Käfigbatterien offenbar wenig geändert. Die ausgedienten Käfige werden übrigens unter anderem an die Ukraine geliefert. Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung sogar zwei solcher Geschäfte mit Hermes-Bürgschaften abgesichert, weil die bei uns als verfassungswidrig eingestuften Käfige in der Ukraine den gültigen Tierschutzstandards entsprächen – und solche Geschäfte im Übrigen deutsche Arbeitsplätze sicherten. Das antwortete die Bundesregierung dem grünen Abgeordneten Friedrich Ostendorff zu dem Thema. Dass selbst die Produktion von Bio-Eiern industrialisiert ist, zeigt ein Blick auf die aktuellen Statistiken. Wie sonst hätte die Produktion von 2010 auf 2011 um 25 Prozent wachsen können? Diese Produktion lässt sich mit Kontrollen nicht zähmen – und sie macht Betrug relativ einfach. deh

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