Meinung : Skelettierung

„Brötchen verdienen statt Brötchen vergleichen“ vom 31. Mai

Den Gastbeitrag von Christopher Lauer sehen wir als besten Beleg an, dass die Piratenpartei das Urheberrecht vielleicht nicht abschaffen, es aber als abgenagtes Skelett zurücklassen will. Die Schutzfristenverkürzung auf zehn Jahre und die komplette Freigabe von Werken an Schulen und in Bildungseinrichtungen sind nur wenige Beispiele des langen Wunschzettels der Piratenpartei. Den massivsten Angriff fahren die Piraten mit ihrer Positionierung zum Filesharing. Dass selbst die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf zur Eindämmung der Abmahnpraxis vorgelegt hat, verschweigt Herr Lauer. Der Ehrlichkeit halber hätte er erwähnen müssen, dass die Piratenpartei über die „Entkriminalisierung“ hinaus die Legalisierung von Internet-Tauschbörsen fordert. Mit einem flapsigen Verweis auf die Kurzstudie von Robert Hammond, die sich auf die Weitergabe noch unveröffentlichter Musikstücke beschränkt, macht Herr Lauer es sich ziemlich einfach. Zudem blendet er die Effekte einer Legalisierung aus, weil selbst der ehrlichste User sich fragen wird, ob er nicht zu den Dümmsten gehört, wenn er freiwillig für seinen Medienkonsum zahlt. Es wird noch einige Aufklärungsarbeit erforderlich sein.

Und wenn der eine oder andere Pirat begreift, dass die von seiner Partei aufgestellten Forderungen einer Abschaffung des Urheberrechts gleichen, na dann wären wir doch schon einen Schritt weiter.

Alexander Koch, Geschäftsführung, Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive e.V., Berlin

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