Meinung : So gut wie möglich

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Sage niemand, Berlins Wirtschaft nutze ihre Chancen nicht. Um ein Prozent wächst das Bruttoinlandsprodukt der Hauptstadt in diesem Jahr, hofft Wirtschaftssenator Harald Wolf. Eine zweifellos mickrige Marke – aber mehr ist kaum drin in einer Stadt mit vielen Milliarden Schulden, verfallender Infrastruktur, sozialen Problemen und einer Industrie, die pro Jahr rund 10 000 Arbeitsplätze in ihren Betrieben abbaut. Im Rest des Republik dürfte es ein Wachstum von knapp zwei Prozent geben. Das ist zwar auch nicht besonders viel, für Berlin aber vorerst unerreichbar. Dass der Wirtschaftssenator viel versprechende Branchen wie die Gesundheitswirtschaft fördert, dass das Standortmarketing besser wird – geschenkt. Eine spürbare Belebung der Konjunktur wird es erst geben, wenn Arbeit billiger wird und sich für Firmen Investitionen in der Stadt stärker lohnen. All das sind Baustellen für die Bundesregierung, weniger für den Senat. Ob Berlin eines Tages wieder einen Boom erlebt, wird im Kanzleramt entschieden. brö

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