Meinung : So viel Klima war nie

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Beim G8-Gipfel in Gleneagles könnten die USA es schaffen, wieder da anzukommen, wo sie 1992 beim Erdgipfel in Rio schon einmal waren: Damals schlossen sie sich der Klimarahmenvereinbarung von Rio an, die angesichts der globalen Klimaerwärmung rasches Gegensteuern verlangte, allerdings ohne verbindliche Ziele zu vereinbaren. Nun scheint Präsident George W. Bush bereit zu sein, eine Gipfelerklärung mitzutragen, die zumindest einen Zusammenhang zwischen dem Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2) und dem Klimawandel feststellt. Selbst diesen Zusammenhang anzuerkennen, hatte sich Bush vier Jahre lang beharrlich geweigert. Dass die USA nun dem Kyoto-Protokoll beitreten könnten, ist jedoch nicht zu erwarten. Am Montag machte Bush noch einmal unmissverständlich klar, dass er kein Papier unterschreiben werde, das dem Klimaschutzabkommen von 1997 ähnele. Dennoch zeigt dieses halbe Einlenken Bushs, dass auch ihm nicht entgangen ist, dass sich die Stimmung in den USA gedreht hat. Sein Parteifreund Arnold Schwarzenegger hat Kalifornien gerade ein anspruchsvolles Klimaschutzprogramm verordnet. Fünf US-Staaten im Nordosten wollen sich womöglich bald dem europäischen Handel mit Emissionsrechten anschließen. Und viele wichtige amerikanische Städte haben sich selbst Klimaziele gegeben. Das kann auch ein Präsident nicht ewig ignorieren. deh

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