Meinung : Soap Opera vom Golf

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Aus Helden sind Händler geworden, aus einer internationalen Krise wurde eine Soap Opera. Die freigelassenen britischen Soldaten sind kaum zurück, schon haben einige von ihnen ihre Geschichten an meistbietende Medien verkauft. „Faye. Mein Leidensweg“, plärrt die „Sun“, „Geiseln. Unsere Storys“, der „Daily Mirror“. Das britische Verteidigungsministerium hat der Vermarktung zunächst zugestimmt. Es hat gehofft, dass die Geschichte der Marinesoldatin Faye Turney und ihrer Kameraden so geballt und glaubwürdig vermittelt wird, bevor deren Freunde, Verwandte und „Vertraute“ mit ihren Versionen auf Umwegen an die zahlende Öffentlichkeit treten. Die britische Regierung hat zudem auf ein Gegengewicht zur Propagandashow gehofft, die Irans Regierung aufgelegt hatte. Die Botschaft sollte sein: Wir sind eine offene Gesellschaft, in der sogar Soldaten frei mit den Medien reden. Die Botschaft war aber auch: Bei uns fallen noch die letzten Schranken und jede noch so politisch und menschlich wichtige Geschichte wird irgendwann zur Ware. Deshalb gab es massive Proteste. Und deshalb musste der Verteidigungsminister eine Kehrtwende machen – und hat sich am Ende blamiert. mah

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