Sozialbericht : Arm und abgehängt

Vom Tellerwäscher zum Millionär? Sozial aufzusteigen, ist in Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich schwieriger geworden. Das zeigt der aktuelle Sozialbericht, den das Statistische Bundesamt zusammen mit Sozialforschern erstellt hat. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Während es in den 80er Jahren 57 Prozent der Menschen aus dem unteren Einkommensfünftel längerfristig nicht gelang, ihre materielle Situation zu verbessern, sind es heute bereits 65 Prozent. Rund ein Drittel der Menschen, die als armutsgefährdet gelten, waren auch dauerhaft arm. Woran liegt das? Die Autoren des Sozialreports benennen die enge Verbindung zwischen Bildung, Erwerbsarbeit, Einkommen und Gesundheit. Mit steigendem Bildungsniveau sinkt das Risiko, in Armut abzurutschen. Wer gut gebildet ist (und damit in der Regel ein höheres Einkommen erzielt), lebt nicht nur gesundheitsbewusster, sondern leidet auch seltener unter Schmerzen und lebt im Schnitt um einige Jahre länger. Die Lehre aus diesen Zahlen für die Politik kann nur eine sein – sich stärker um Bildungschancen für alle zu kümmern. ce

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