Sozialversicherungen im Minus : Gegeben, genommen

Die Praxisgebühr gekippt, Zuschüsse an die Bundesagentur für Arbeit gekürzt, den Rentenbeitrag gesenkt – das hat uns Schwarz-Gelb ins Wahljahr hinein beschert. Und jetzt das: Sozialversicherungen im Minus. Wo im Vorjahr ein Überschuss war, gähnt nun ein Loch. Ein böses Werk der abgewählten Regierung? Gemach. Für irgendwelche Forderungen ist es zu früh. Noch ist das Jahr nicht herum, und abgerechnet wird am Ende. Dann erwarten die Statistikexperten ein besseres Ergebnis. Zudem waren die Rentenbeitragssenkungen gerade wegen der Überschüsse geboten. Und Abhilfe naht schon: Die Regierung muss für 2014, gemäß der Lohnentwicklung, die Beitragsbemessungsgrenzen anheben. Das führt automatisch zu Mehreinnahmen der Renten-, Kranken- und Arbeitslosenkassen. Aber natürlich auch zu Mehrbelastungen der Versicherten. Nicht üppig, aber ein Mittelverdiener muss mit 40, 50, 60 Euro weniger netto im Jahr rechnen. In der Spitze steigen die Beiträge um etwa 250 Euro im Jahr. Gegeben, genommen also. Ein Automatismus eben. Das könnte ein Fingerzeig sein für die Koalitionsverhandlungen. Denn warum sollte es einen solchen Automatismus der Anpassung nicht auch bei der Progression der Einkommensteuer geben? Damit die Steuerlast nicht automatisch wächst. afk

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