Meinung : Späteres Scheitern nicht ausgeschlossen

KOALITION I: SPD BEI 29 PROZENT

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Auch das haben Gerhard Schröder und sein Amtsvorgänger Helmut Kohl gemein: Dass sie allzu schlechte Umfrageergebnisse beiseite schieben, um sich nicht irritieren zu lassen. So war es bei Kohl 1998, als die Zahlen klar sagten, dass die Union scheitern wird, so ist es bei Schröder, dessen SPD bei einer Wahl in diesen Tagen keine Chance hätte. Die sie übrigens schon seit Monaten nicht mehr hat, nur schneidet die Partei nicht immer mit derart schlechtem Ergebnis ab: 29 Prozentpunkte im jüngsten Politbarometer, minus zwei im Vergleich zum letzten. Und das trotz aller zwischenzeitlichen Reform und Personalankündigungen, trotz des verkündeten Abschieds vom Sozialismus. Im Moment verfängt offenkundig nichts, alles wird als Aktionismus abgetan. Die SPD wirkt wie im freien Fall. Neulich witzelte schon einer, die Partei habe das Projekt 18 von der FDP übernommen. Ein bitterer Spott, den die Sozialdemokraten ertragen müssen – aber eben nicht immer ertragen können. Daher rühren diese Eruptionen in der Koalition, und deshalb muss der Ärger auch mal raus: Ist denn nicht die ganze Lage wirklich zum Kotzen? Kein Wunder, dass die Genossen/Wähler ganz auf Schröder bauen. Wer es einmal geschafft hat … 43 Prozent würden ihn direkt wählen, nur 35 Prozent Angela Merkel. Das wird Schröder gut gefallen. Also, auf den Kanzler kommt es an? Nicht allein. Ohne die Partei ist einer nichts. Auch das sagen die Zahlen – bei Wahlen. Wer anderes meint, hat schon verloren. cas

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