Meinung : Spalte und spare

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Der größte Automobilhersteller der Welt, General Motors, hat ein Problem. Es heißt Opel und kostet den amerikanischen Konzern seit Jahren Milliarden. Jetzt soll Schluss ein. Endgültig. GM will in Europa wieder Geld mit seinen Autos verdienen. Sämtliche Sanierungsversuche scheiterten. Auch das jüngste Programm mit dem vieldeutigen Namen „Olympia“ bringt nicht den erwarteten Erfolg. Betriebsräte und Gewerkschafter mögen noch so viel über Managementfehler schimpfen. Sie haben Recht, doch das Grundübel können sie nicht wegreden. Rechnerisch ist in Europa ein OpelWerk zu viel. Opel könnte mühelos 400 000 Autos pro Jahr mehr bauen ohne einen einzigen zusätzlichen Mitarbeiter. Oder anders: Opel hat etwa 10 000 Mitarbeiter zu viel auf den Lohn- und Gehaltslisten. Seit Jahren drückt sich der traditionsreiche Autohersteller um Einschnitte herum. Deshalb drängt die amerikanische GM-Zentrale jetzt. Und wendet dabei eine böse Taktik an. Die Standorte in Europa werden gegeneinander ausgespielt. Etwa Rüsselsheim mit dem „Vectra“ gegen Schweden, wo der „Saab“ gebaut wird. Das verspricht Erfolg. Das hat schon Daimler-Chrysler vorgemacht. Der Vorteil, in einem international agierenden Konzern zu arbeiten, verkehrt sich in Krisenzeiten ins Gegenteil. Einziger Trost: Dichtgemacht wird Rüsselsheim, das Opel-Stammwerk, wohl nicht; in einem vernetzten Weltkonzern lassen sich ganze Werke nicht so einfach schließen, wie es jetzt scheint. fo

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