Meinung : Spanien: Wen sie morden - und wen nicht

Ch.B.

Am Mittwoch eine Bombe im Badeort Torrevieja an der Costa Blanca, am gestrigen Donnerstag eine auf dem Flughafen der südspanischen Metropole Malaga. Die Eta macht ihre Drohung wahr, den Terror in beliebte Feriendomizile außerhalb des Baskenlandes zu tragen. Und das zur Hauptreisezeit. Schon mehrmals hatten die militanten Separatisten Touristen davor gewarnt, in Spanien Urlaub zu machen. Doch bis gestern mochte man diesem Gerede nicht so recht Glauben schenken. Separatisten, die für ihr Ziel - die Loslösung des Baskenlandes - bei ihren Anschlägen den Tod von Urlaubern billigend in Kauf nehmen? Der Augenschein spricht dafür. Sollen nun alle ihre Reisen absagen? Nein, Panik ist nicht angebracht. Die Terroristen können zwar jederzeit und überall zuschlagen. Aber noch nie ist ein ausländischer Tourist bei einem Attentat ums Leben gekommen. Die Eta warnte bisher stets, sodass Zeit blieb, diese Menschen in Sicherheit zu bringen. Selbst verblendete Terroristen denken manchmal nach. Gezielte Jagd auf Touristen schadet ihrem Ansehen und kommt auch unter Basken ganz schlecht an. Die Eta ist an größtmöglicher Aufmerksamkeit interessiert. Die bekommen die Etarras, wenn sie Angst und Schrecken verbreiten. Mit Respekt vor dem Leben hat das nichts zu tun: Gegenüber Vertretern des spanischen Staats kennt die Eta diese Rücksichtnahme nicht.

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