Meinung : …Spanien

Ralph Schulze

Auf Spaniens Straßen geht derzeit ein geflügeltes Wort um: „Ich möchte gerne so arm sein wie Esperanza Aguirre.“ Die 54-jährige konservative Ministerpräsidentin der Region Madrid hat nämlich gestanden, dass sie mit dem, was sie in ihrer Lohntüte findet, beim besten Willen „nicht bis an Ende des Monats“ kommt.

Manche finden das zum Brüllen, andere zum Weinen. Je nach momentaner Gemütslage. Esperanza Aguirre bekommt ein bescheidenes Monatseinkommen von rund 8400 Euro brutto überwiesen – etwa das Fünffache des spanischen Durchschnittsverdieners. Ganz zu schweigen von üppigen Spesen, einem Dienstpalast im Zentrum Madrids, der Dienstlimousine einschließlich Chauffeur …

Damit die „Diva von Madrid“, wie die sechs Millionen Bürger der Hauptstadtregion ihre verarmte Regierungschefin liebevoll rufen, nicht mehr länger leiden muss, ist eine große Sammelaktion für die bedürftige Volksvertreterin in Bewegung gekommen: „ein Euro für die Präsidentin“ .

Und die Madrilenos, von Natur aus großzügig, teilen natürlich gerne ihr Brot mit der gestrauchelten Spitzenpolitikerin. Auch wenn den meisten der 44 Millionen Menschen in Spanien, die üblicherweise bis über beide Ohren verschuldet sind, wirklich das Wasser bis zum Hals steht.

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