Meinung : „Spar ist für uns …

Heike Foerster

… die ideale Ergänzung.“

Wenn es um Lebensmittel geht, achtet er auf Qualität. Auch Auswahl und Service sind ihm wichtig. Keine Rolle dagegen spielt der Preis – jedenfalls darf er nicht das stärkste Kaufargument sein, hat Edeka-Chef Alfons Frenk einmal gesagt. Das könne man sich nicht antun, sagte der 54-Jährige einmal sinngemäß.

Spätestens seit dieser Woche passt das nicht mehr ganz zum Mann an der Spitze von Deutschlands führendem Lebensmittelhändler. Zwar hatte Edeka schon lange Produkte zu Discounterpreisen im Sortiment. Doch seit Donnerstag mischt Frenks Konzern direkt mit im Segment der Billigmärkte. Edeka übernimmt neben dem angeschlagenen Konkurrenten Spar auch große Teile der Discount-Kette Netto – eine Kampfansage an die Billig-Platzhirsche Aldi und Lidl.

Eigentlich hatte Frenk lange Zeit darauf beharrt, eine andere Strategie zu verfolgen. Der gelernte Betriebswirt, seit Mai 2003 Vorstandschef bei Edeka, wollte „in erster Linie Markenprodukte“ verkaufen – das wird er nun ändern müssen. Immerhin gewinnt Edeka allein durch die Netto-Süd-Übernahme vom Spar-Großaktionär und französischen Einzelhandelskonzern ITM Entreprises rund 1050 Billigmärkte hinzu. Und die Netto-Kette soll weiter expandieren, kündigte Frenk an, der sich selbst eine „gute Substanz für die Beurteilung wirtschaftlicher Sachverhalte“ attestiert. Vielleicht deshalb, weil der dreifache Familienvater, der seit 1981 bei Edeka arbeitet, seine Karriere als Kaufmannsgehilfe begann.

Unklar bleibt dagegen die Zukunft der Spar Handels-AG: Ob der Name erhalten bleibt, weiß Frenk nicht. Auch ob die rund 3300 Arbeitsplätze erhalten bleiben, wollte er nicht kommentieren. Nur eines weiß der erfahrene Unternehmer genau: „Wir übernehmen ein bilanziell und wirtschaftlich saniertes Unternehmen“, das auch 2005 ein ausgeglichenes Ergebnis einfahren wird. Kein Wort über die bereits seit Jahren andauernde Krise von Spar, dessen Kerngeschäft zuletzt darauf basierte, Tausende selbstständiger Spar-Einzelhändler zu beliefern. Stattdessen nur Optimismus: Edeka stärke mit der Übernahme sein Kerngeschäft mit selbstständigen Kaufleuten. Von den 9100 Filialen werden immerhin rund 4000 von Selbstständigen geführt.

Das wiederum passt dann doch zum Privatmann Frenk: Bevorzugt der doch Supermärkte, die von Unternehmern geführt werden.

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