Meinung : Sparen geht uns alle an

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Jegliche Hoffnung auf ein noch so kleines Plus bei den Renten im nächsten Jahr ist zerstört. Das ist bitter für 20 Millionen Bundesbürger, weil die Preise für Strom, Müllentsorgung oder andere Dienstleistungen des täglichen Lebens steigen, das Bankkonto aber immer schmaler wird. Zumal die Nullrunde bei der Rente 2005 nicht die erste wäre. Doch die Zahl der Ruheständler steigt, während die Zahl der Beitragszahler sinkt. Deshalb wachsen die Löcher in der Rentenkasse und müssen schon mit der Ökosteuer und milliardenschweren Immobilienverkäufen aus dem Besitz der Versicherungsträger gestopft werden. Das ist nüchterne Versicherungsmathematik – und das berührt die Rentnerinnen und Rentner im Zweifel wenig. Aber Finanzierungsdefizit hin, Schwankungsreserve her. Wer ehrlich ist, könnte eine kräftige Steigerung der Bezüge deutscher Ruheständler auch nur schwer begründen. Tausende von Arbeitern und Angestellten im ganzen Land müssen kürzer treten. Ihnen werden Weihnachts und Urlaubsgeld gestrichen, Zuschläge gekappt, die Löhne und Gehälter gekürzt. Und bei vielen geht es um die Existenz. Ihre Jobs sind von Verlagerung bedroht. Wer keine – zumeist finanziellen – Kompromisse macht, muss mit dem Verlust seiner Stelle rechnen. Das ist härter als ein paar ausfallende Prozentpünktchen Rentenerhöhung. Denn mehr wäre es ohnehin nicht geworden und mit mehr ist auch in den nächsten Jahren nicht zu rechnen. Doch in jeder Nullrunde steckt politischer Sprengstoff. Fast 30 Prozent aller Wähler sind Rentner. Und die werden auf jeden Fall mehr. fo

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