Meinung : SPD-Wahlkampf: Des Kanzlers neue Kinder

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Über den künftigen Kanzler entscheiden diesmal - die Kinder. Das wünscht sich jedenfalls die SPD. Wählen dürfen zwar nur deren Eltern, aber den Familienwunsch nach Sicherheit und Freiraum wollen die Sozialdemokraten in den Mittelpunkt ihrer Wahlkampagne stellen. Das weckt sofort den Verdacht, die SPD verbanne die Beschäftigungspolitik auf einen hinteren Platz, weil sie sich dort angreifbar gemacht hat. Dagegen steht die Einsicht: Der neue Schwerpunkt würde wohl kaum mehr Stimmen bringen, wenn er tatsächlich nur als Ersatzthema für unerledigte Aufgaben herhalten sollte. Doch warum eigentlich gelten Kinder als "weiches" Thema - also weniger wichtig als neue Jobs oder Sicherheit vor Verbrechen? Es ist zum Beispiel eine beinharte Entscheidung, zu Gunsten des Jobs auf eigene Kinder zu verzichten, weil Betreuungsangebote fehlen. Auch die Grünen setzen im Wahljahr auf Kinderpolitik. Im familienpolitischen Entwicklungsland Deutschland kann die Neuorientierung nur nützlich sein. In Ländern mit guten Betreuungsangeboten ist die Geburtenrate ungleich höher. Die Union sieht sich auf einem Feld angegriffen, das sie für ihr eigenes hielt. Wo ist ihre Antwort auf die Kinder-Offensive der Koalition?

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