Spitzeleien bei der Telekom : Nichts gelernt

Wenn Telekom-Chef Obermann nicht endlich alles auf den Tisch legt, was er und der Konzern wusste, wird wohl ein anderer die Aufklärung übernehmen müssen.

Immer wenn man denkt, schlimmer kann es nicht mehr kommen, kommt es richtig dicke. Die Überwachungen der Beschäftigten von Lidl, Bahn oder Telekom durch ihre Arbeitgeber haben nicht nur die Mitarbeiter entsetzt, sondern auch das Vertrauen in die Unternehmen erschüttert. Nach der Betroffenheit kommt jetzt die Wut, wenn man sieht, dass die Manager in den Führungsetagen offenbar nichts dazugelernt haben. Bei der Telekom sind die für die Spitzelaufträge mutmaßlich Verantwortlichen, der frühere Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel und Ex-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke, zwar nicht mehr im Amt. Aber immer lauter wird die Frage gestellt, was der heutige Konzernchef René Obermann gewusst hat – und wie lange schon? Vollmundig hat Obermann lückenlose Aufklärung versprochen und einen umfangreichen Datenschutzbericht vorgelegt, Hochglanz, bunt bebildert. Doch dass Bankkonten ausgespäht, Steuerdaten und Vermögensverhältnisse ausspioniert wurden – davon steht dort keine Silbe. Wenn Obermann nicht endlich alles auf den Tisch legt, was er, was der Konzern wusste, wird wohl ein anderer die Aufklärung übernehmen müssen. vis

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