Sportdirektor des DFB : Robin Dutt: "Ich will den Fußball voranbringen"

Dass der neue Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes Robin Dutt heißt, hat viele überrascht. Er ist das genaue Gegenteil seines Vorgängers.

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Robin Dutt folgt Matthias Sammer als DFB-Sportdirektor nach.
Robin Dutt folgt Matthias Sammer als DFB-Sportdirektor nach.Foto: dapd

Auf den impulsiven, unbequemen Matthias Sammer folgt nun einer, der zuletzt oft schüchtern und unbeholfen wirkte.

Robin Dutt war zuletzt Trainer bei Bayer-Leverkusen, wo er im April nach neun Monaten im Amt entlassen wurde. Davor hatte er vier Jahre lang den SC Freiburg trainiert. Dort erwarb er sich das Image des Machers. Nach fast zwei Jahrzehnten unter dem Übervater Volker Finke führte er den Klub aus dem Breisgau in eine neue Ära. Dennoch scheint er nicht die erste Wahl von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und des DFB gewesen zu sein. Kandidaten waren auch Löws langjähriger Wegbegleiter Frank Wormuth, der aber am Ende als No-Name ohne Reputation galt, und Kaiserslauterns Klubchef Stefan Kuntz, der absagte, weil er in der Pfalz nicht als „Fahnenflüchtiger“ gelten wollte.

Erleichtert über die Personalentscheidung dürfte vor allem Bundestrainer Joachim Löw sein. Mit Sammer hatte er sich ein lähmendes Kompetenzgerangel geliefert. Das Verhältnis galt als belastet. Unwillig akzeptierte Sammer seine Verbannung aus dem unmittelbaren Kreis der Nationalelf und dass Löw auf den Nachwuchsbereich Einfluss nahm. Dutt hingegen kennt Löw bestens aus Freiburg, wo er wohnt und oft im Stadion saß. Löw beobachtete, wie Dutt beim SC die Struktur der Fußballschule optimierte und junge Spieler einsetzte.

Video: Robin Dutt ist neuer DFB-Sportdirektor

In Leverkusen machte Dutt eine weniger gute Figur. Er brachte den Kader gegen sich auf, indem er in den Ernährungsplan eingriff und wurde im Streit um den nahenden Abschied des alternden Stars Michael Ballack zwischen Verein und Mannschaft aufgerieben. Dutt überspielte seine Unsicherheit mit einer Distanz, die mancher als Arroganz empfand. Anders als Sammer, der Erfolge und Trophäen über alles stellte, gilt Dutt als Prediger des schönen Spiels, der wie Löw die Entwicklung einer Mannschaft forciert, statt Erfolge um jeden Preis einzufordern.

Nun hat Dutt die Chance, seine Leidenschaft wieder auszuleben und seinen ramponierten Ruf aufzupolieren. „Es ist eine unglaublich reizvolle Herausforderung, mit den größten Talenten unseres Landes, den Fußball weiter voranzubringen“, sagte er. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach lobte Dutt als „absoluten Fachmann“. Sein Vertrag läuft vorerst bis 2016.

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