Meinung : Sprachlos

„Die Leidgenossen“ vom 9. Oktober

Gemäß dem „Report aus einer polyglotten Stadt“ macht man am besten einen großen Bogen um die Schweiz. Weil man dort schon der hochdeutschen Sprache wegen tagtäglich ausgegrenzt wird. Ähnliches widerfuhr mir in Deutschland. Man hänselte mich meines Akzents wegen. Bis in der Zusammenarbeit das Eis taute, vergingen viele Monate. Und der Amerikaner, der meiner „Greencard“ nicht traute, verwehrte mir den Zutritt zu seinem Haus, um per Telefon den Pannendienst zu rufen. Die Italiener … so könnte ich weiterfahren. Nach Jahren in einigen großen Städten dieser Welt fallen meine „Städte-Reports“ positiv aus: Überall habe ich dank der Fremdartigkeit Neues gelernt und Freunde gewonnen. Und die Vielsprachigkeit unseres Sohnes kam ganz von selbst: Sitzen am Tisch doch regelmäßig Freunde aus Deutschland, Griechenland, Argentinien, Genf und Heimiswil.

Hans Ulrich Kunz, Basel

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