Meinung : Sprengstoff

clw

Wie passt das zusammen? Am 16. Dezember erklärt Arafat eine umfassende Waffenruhe. Seitdem geht die Gewalt merklich zurück. Die vergangene Woche war gar die ruhigste seit Ausbruch der Al-Aksa-Intifada. Dennoch soll Arafat noch im Dezember eine Lieferung schwerer Waffen im Iran bestellt haben? An Bord der von Israel aufgebrachten "Karine A." fand man Katjuscha-Raketen, mit denen von den Autonomiegebieten aus israelische Städte hätten beschossen werden können. Die Palästinenser sprechen von einem Propagandatrick, andere meinen, die Waffen seien für die libanesische Hisbollah bestimmt gewesen. Dagegen spricht zweierlei: Erstens liefert der Iran Waffen an die Hisbollah normalerweise über Damaskus. Zweitens waren sie in Schwimm-Containern verstaut - im Libanon kann die Hisbollah aber jeden Hafen benutzen. Zum Kronzeugen der Israelis wurde der Kommandant der "Karine A.": Der Kapitän der palästinensischen Marine sagte im Fernsehen, die Lieferung sei für die Autonomiebehörde bestimmt gewesen. Als im Mai die "Santorini" aufflog, hatte sie eine vergleichsweise geringe Menge Waffen für die Volksfront zur Befreiung Palästinas an Bord. Diesmal geht es aber um ein Geschäft von mehr als 15 Millionen Dollar - das kann eigentlich nur von weit oben in der Autonomiebehörde organisiert werden. Sollte Arafat - gegen allen Anschein - dennoch nichts mit dem Deal zu tun haben, täte er gut daran, die Urheber schnellstmöglich aufzuspüren.

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