Meinung : Sprint statt Marathon

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Bei der Deutschen Bahn wird gespart, bis es quietscht. Konzernchef Hartmut Mehdorn will die Bahn 2005 unbedingt privatisieren. Diesem Ziel ordnet er alles unter – das zeigen die Halbjahreszahlen, die Mehdorn gestern präsentiert hat. In diesem Jahr muss Gewinn gemacht werden, unbedingt: Der defizitäre BusinessZug Metropolitan zwischen Köln und Hamburg – weg damit. Die teuren Reisezentren in den Bahnhöfen – werden reduziert. Investitionen in Technik und neue Züge – können gestoppt werden. Doch mit einer reinen Sparstrategie dürfte Mehdorn keinen Investor für die Bahn begeistern und auch bei den Kunden wird er damit nicht punkten. Vor allem im defizitären Fernverkehr muss ein Angebot her, bei dem sich die Bahn auf das besinnt, was sie gut kann: eine schnelle, günstige und pünktliche Verbindung zwischen zwei Städten. Luxus-Schnickschnack will niemand, kurze Fahrzeiten auf Strecken wie denen zwischen Köln und Frankfurt am Main oder bald zwischen Berlin und Hamburg aber schon. Das heißt: Die Bahn muss sich auf das konzentrieren, was tatsächlich Geld bringt. Sie muss zum Beispiel lernen zu akzeptieren, dass die Passagiere auf sehr langen Strecken lieber fliegen. Auf ihren Marathonstrecken muss sie deshalb das Zugangebot ausdünnen. Jedenfalls dann, wenn sie wirklich an die Börse will: Wer den Kapitalmarkt will, muss seinen Regeln folgen. brö

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