Stadtentwicklung : Alte und Kinder

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Endlich mal gute Nachrichten aus Berlin. Die Stadt wächst. Und zwar deutlich. Um eine viertel Million Einwohner bis zum Jahr 2030. Wachstum bringt Wohlstand, oder? Ach wäre es doch so einfach! Ein genauer Blick auf die Statistik zeigt: Ohne eine beherzte Schul-, Wohnungs- und Gesundheitspolitik ist nichts gewonnen. Denn am stärksten wächst die Zahl der über 80-Jährigen – sie verdoppelt sich nahezu. Außerdem wird es im Jahr 2030 viel mehr schulpflichtige Kinder geben als heute. Fehlen wird es der Stadt dagegen an gut ausgebildeten Bürgern, die einen Job haben, mitten im Leben stehen, das gesellschaftliche Leben bereichern und die Stadt durch ihre Kaufkraft und ihre Abgaben. Ausgerechnet diese Leistungsträger werden aber nicht mehr, sondern weniger. Ausschließlich Anlass zur Freude, wie der Stadtentwicklungssenator es glauben machen will, geben die Zahlen also nicht. Im Gegenteil, die Politik muss handeln und zwar jetzt. Die hohe Geburtenrate verdankt die Stadt vor allem ihren Migranten. Deren Kindern muss der Weg zu Bildung und Beruf geebnet werden. Bisher gelingt das nur in Ansätzen. Klaus Wowereit sollte endlich sein „Demografiekonzept“ liefern. Versprochen hat er es, in einer Grundsatzrede, vor drei Jahren.

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