Statussymbol Cyber-Attacke : Gibt nicht chinesisch Hacker

Die New York Times erhielt unlängst einen Ritterschlag von Weltniveau. Denn: Zu den Statussymbolen des Westens zählt es, von chinesischen Hackern angegriffen zu werden, meint Bernd Matthies.

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Die Gefahr im Netz.
Die Gefahr im Netz.Foto: dpa

Im Grunde ist China ja das Thema überhaupt. Wir wissen nichts über das Land, vermuten aber alles. Sie haben dort so viele Geheimnisse, dass sie über die Hauptstadt eine Dunstglocke ziehen, blickdicht und geschmacksneutral. Doch China will nicht für sich bleiben. Zu den definitiven Statussymbolen des Westens zählt es, von chinesischen Hackern angegriffen zu werden. Sie hacken mich, also bin ich wichtig! Die New York Times ist dergestalt heimgesucht worden, ein Ritterschlag von Weltniveau.

Es ist ja so: Allein Shenzhen, eine Stadt, die bei uns niemand kennt, hat 8,6 Millionen Einwohner, kein Wunder, dass da alle hacken wie irre. Das Ziel: Die rundäugigen Teufel rund um die Uhr überwachen und ihre westliche Dekadenz anstacheln, um ihnen ein wirtschaftliches Grab zu graben.

Hier zum Beispiel, ein frischer Ausschnitt aus den Kommentaren zu meinem Tagesspiegel-Weblog: „top designer brandsfake louis vuitton handbagsugg slippers ukralph lauren bootscheap gucci bagsuk ugg boots saleralph lauren wedding dresseslouis vuittonnen ...“ Andere Mails, etwa 50 pro Tag, handeln von Viagra, Tumorbekämpfung mit Vitamin C und todsicheren Geldanlagen, und insofern wird das Grundprinzip rasch deutlich: Wir im Westen sollen unsere Kohle für gefälschten Markenkram, wirkungslose Medizin und Müll-Anleihen ausgeben und uns dann um den Verstand vögeln. Eine kühne Strategie!

Von der natürlich niemand wissen darf. Deshalb, Moment, hier hängt der Rechner gerade, deshalb ist wichtig, Kritik sofort auf sehr angenehm mit transparent Informationen ... Quatsch, wer hat denn diesen Blödsinn hier hingeschrieben? CCCCCCCC.

Geht nicht weg, was soll das? Die große Frage ist ja, auf welchem Weg sich die chinesischen Hacker überhaupt in unsere Computer und Rechenzentren einquartieren. Springt ein Alarm an, wenn wir Reizworte wie „Dunstglocke“ oder „Shenzhen“ schreiben, schickt die chinesische Armee dann sofort einen von den acht Millionen auf die Piste, um nachzusehen? Und was dann?

Genosse Mao Tse-tung ist der größte Marxist-Leninist unserer Zeit. In genialer, schöpferischer und allseitiger Weise hat Genosse Mao Tse-tung den Marxismus-Leninismus als Erbe übernommen ... Aus! Verdammt! Hier wird grad meine Kolumne übernommen, Technik! Hilfe!

Wolle klarstellen: Gibt nicht chinesisch Hacker und wenn wuerde niemals Idee haben, zu angreifen deutsch Website von gute demokratisch Zeitong mit unnuetzen Worten Mao oder Medizin helfen Dingdong. Alles im Dienst voelkerverstaendigen!

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