Staus in Berlin : Vom Marathon lernen

Päpstlicher Stau und kaum einer hatte den Überblick, wo man lang durfte - auch nicht die Polizei. Die lotste manche Autofahrer direkt in die Einbahnstraßen.

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So erlebten zahlreiche Autofahrer den päpstlichen Stau: Dutzende Polizisten standen an Sperrgittern herum, von denen sich keiner bemüßigt fühlte, ihnen den Weg aus dem Chaos zu weisen. Nur eine Ausnahme wurde bekannt: An der Ebertstraße hatte ein zur Sperrung der Fahrbahn eingesetzter Motorradpolizist seine Maschine quer gestellt. Er selbst lotste verzweifelte Autofahrer aus der Falle, bevor sie von einer nahenden Demo ganz eingeschlossen wurden. Vorbildlich! Das Präsidium sieht das anders: Ein zur Sperrung eingesetzter Polizist soll sperren; der Einzelne habe ohnehin keine Kenntnis, wo freie Fahrt ist – basta. Wenn es der kleine Beamte nicht darf, dann ist die Behördenleitung gefordert: präzisere Informationen im Vorfeld und ein paar Dutzend Beamte zur Verkehrsregelung. Bei 6500 beim Papstbesuch eingesetzten Beamten dürfte das möglich sein. Das Polizeipräsidium drehte gestern den Spieß um: Es sei völlig unverständlich, dass kaum jemand auf die BVG umgestiegen sei – trotz der Warnungen. Ein Vorschlag: Vor dem nächsten Staatsbesuch veröffentlicht die Polizei eine Karte mit den Sperrungen, so wie seit Jahren zum Marathon. Dann sieht der Autofahrer viel deutlicher, was ihm droht – und lässt sein Auto stehen.

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