Steinmeier und Hessen : Fürs Alleräußerste

Beim SPD-Fiasko in Hessen bleibt Frank-Walter Steinmeier seltsam leise. Alles nur Taktik?

In Hessen ist Krise, und einer sagt nichts? Gut, einen Satz hat er schon gesagt, Frank-Walter Steinmeier, aber der Inhalt ist nicht weiter erinnerlich. Donnerwetter, das nennt man, ja, wie? Führung? Die SPD ist gegenwärtig sehr schnell dabei, der Kanzlerin Führungsschwäche anzuhängen, nur bei sich, da schaut sie mal lieber nicht so genau hin. Es geht aber schlicht nicht, dass der wichtigste Mann der Sozialdemokratie – und das ist jetzt die Lesart von Franz Müntefering, dem SPD-Chef –, dass sich also der Kanzlerkandidat nicht mit einer Art Richtungsweisung vernehmen lässt. Von Machtwort ganz zu schweigen, weil das auch keiner verlangt, denn so wie die SPD gegenwärtig beisammen ist, würde das ohnehin nicht funktionieren. Aber Steinmeier ist nicht nur in der Exekutive für das Äußerste zuständig, sondern außerdem für das Alleräußerste, was in diesem Fall ein innenpolitisches Fiasko namens Hessen-SPD ist. Der Verband dieses wichtigen Landes in Trümmern, mit dem Steinmeier nächstes Jahr Wahlkampf machen soll, und der ruft die Verantwortlichen nicht wenigstens zum Krisengespräch? Wahrscheinlich ist das die Taktik, die vor Jahren Furore machte: Da vergaß die SPD in einem Teil von Stuttgart den Wahlkampf und hatte ausgerechnet dort die höchsten Zuwächse. Das ist eine Geschichte, die im Präsidium der Partei seinerzeit erzählt wurde. Witzig? Ja, aber als Taktik nicht ernst zu nehmen. Wer regieren will, der muss sich in die Niederungen begeben, alles andere hilft nicht. Krisen sind dazu da, beherrscht zu werden. cas

0 Kommentare

Neuester Kommentar