Steinmeiers Linke : Was heißt denn Sekte?

Ein bisschen erinnert der Umgang der SPD mit der Linkspartei an das Zupfen am Gänseblümchen: Hier lieb’ ich sie, dort aber nicht. Hier darf sie mit uns, da aber nicht. Nun hat auch Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier gezupft. Nicht in allen Bundesländern sei eine Koalition möglich, weil dort politische Sektierer am Werk seien. Was wie Distanzierung klingt, ist wohl nur ein weiteres Schrittchen auf dem langen Marsch zur Linkskoalition, zu Rot-Rot-Grün im Bund. Denn umgekehrt liest sich Steinmeiers Verdikt so: Wo die Linke nicht sektiererisch ist – auf Genossen, nur zu. Leider verrät uns Steinmeier nicht, welche Landeslinken er für sektiererisch hält. Also zupfen wir mal selbst. Hessen? Schon ein wenig abseitig, aber auch wieder nicht. Schließlich ist Spitzenkandidat TSG offen für eine Koalition. Und hat nicht auch Steinmeier erklärt, die Landesverbände sollten entscheiden? Die dann ja wohl wissen sollten, was sie tun. Das Saarland? Dort hat die Sekte dank Lafontaine Umfragewerte nahe an der SPD. Thüringen? Da ist die Sekte stärker als die Sozialdemokratie. Sachsen? Hier hat wohl eher die SPD Sektencharakter. Was bleibt dann noch? Bayern? Rheinland-Pfalz? Wenn es aber kaum Länder gibt, wo die Linke wirklich sektiert – was heißt das dann für den Bund? afk

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