Stellenabbau im Vorbeigehen : Wiederholungstäter bei der Deutschen Bank

Knapp 2000 Jobs streicht das neue Führungsduo bei der Deutschen Bank. Die Art und Weise offenbart: Sie haben nichts verstanden. Ein Kommentar.

Henrik Mortsiefer
Neues Führungsduo unterm Firmenlogo: Jain (l.) und Fitschen.
Neues Führungsduo unterm Firmenlogo: Jain (l.) und Fitschen.Foto: dpa

Sie haben nichts gelernt aus den alten Fehlern. Den Abbau von 2000 Stellen bei der Deutschen Bank gibt man doch nicht nebenbei bekannt, wie Josef Ackermann am Anfang seiner Amtszeit. Anshu Jain, seit wenigen Monaten Chef der größten deutschen Bank, hat es am Dienstag wieder getan – in einer englischsprachigen Telefonkonferenz, in der er sich schnell in den Details der Quartalsbilanz verlor.

Es mag an der Technik gelegen haben, dass Jains Stimme dabei schneidend klang. Die Wirkung indes war fatal: Die Deutsche Bank verspielt ihren Ruf. Fast sehnt man sich nach Ackermanns Schweizerdeutsch zurück. Er hatte am Ende wenigstens verstanden, dass die deutsche Öffentlichkeit Erklärungen erwarten darf, warum der Marktführer tut, was er tut. Jain und sein Co-Vorstand Jürgen Fitschen haben das (noch) nicht verstanden. Dabei wäre man gerade jetzt gerne besser informiert über die Gründe, die die bisher so solide wirkende Bank zu einem dramatischen Sparkurs zwingen – in einem Bereich, den Jain geleitet hat.

Und der Libor-Skandal, in den seine Leute verwickelt waren? Jain wird Gründe haben, warum er so schnell zum Tagesgeschäft überging. Fragt sich, wie lange das Publikum und die Kunden das mitmachen.

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