Steuerreform : Weniger Netto

Nein, die große Entlastung, die die Steuersenkungspartei FDP im Wahlkampf versprochen hat, ist das nicht. Statt die Steuertarife zu senken und dafür zu sorgen, dass die Menschen wirklich mehr Netto vom Brutto in der Tasche behalten, versucht sich die Koalition jetzt in Steuerkosmetik. Das Steuerrecht soll vereinfacht werden, der bürokratische Aufwand, den Bürger und Unternehmer mit der Steuererklärung haben, soll sinken. Und ein bisschen Steuerentlastung soll es für die Arbeitnehmer auch noch geben. Höhere Pauschbeträge und großzügigere Abrechnungsregelungen sollen ihnen rund 590 Millionen Euro bescheren. Das klingt gut. Doch leider bleibt nicht viel davon übrig. Denn von dem höheren Arbeitnehmer-Pauschbetrag – dem Herzstück der Reform – profitiert die Hälfte der Arbeitnehmer gar nicht, weil ihre Werbungskosten die geplante 1000-Euro-Pauschale übersteigen. Aber auch bei den anderen Steuerzahlern liegt die Maximalentlastung bei mickrigen drei Euro im Monat. 36 Euro können sie im Jahr durch die Erhöhung der Pauschale sparen, doch leider müssen sie ein Vielfaches für höhere Krankenkassen- und Zusatzbeiträge ausgeben, die ihnen FDP-Gesundheitsminister Rösler eingebrockt hat. Unterm Strich heißt das: Weniger Netto vom Brutto. hej

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