Meinung : „Stoiber ist völlig unangefochten“

Cordula Eubel

Horst Seehofer weiß genau, wann Harmonie angesagt ist: Pünktlich zum traditionellen winterlichen CSU-Treffen im bayerischen Wildbad Kreuth stützt er demonstrativ den CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Ihm hat er schließlich sein aktuelles Amt als Minister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu verdanken – da kann er sich revanchieren. Den angeschlagenen Stoiber zu stürzen, liegt nicht in Seehofers Interesse. Wer weiß schließlich, ob ein neuer CSU-Chef sich noch so viel von seinem Vize sagen lassen würde.

Dass er noch einmal Minister werden könnte, damit hatte Seehofer vor den Neuwahlen nicht ernsthaft gerechnet. Zu sehr hatte sich der 56-Jährige im Streit über den gesundheitspolitischen Kurs der Union mit Angela Merkel angelegt – und damit auch Stoiber in Schwierigkeiten gebracht.

Seehofer machte schon während der Koalitionsverhandlungen von SPD und Union klar, dass er sich nicht nur um Bauern, Kartoffeln und Gentomaten kümmern wird. Er nutzt nun seine neu gewonnene Macht, um sich kräftig in die Sozialpolitik einzumischen. So erteilte er seiner Kabinettskollegin Ulla Schmidt zu Jahresbeginn Ratschläge, wie sie die nächste Gesundheitsreform gestalten solle. Zeigt sich jemand darüber irritiert, dann setzt Seehofer ganz schnell einen neuen Hut auf: Als CSU-Vize sei es sein gutes Recht, sich auch zur Gesundheitspolitik zu äußern, lässt der streitbare Sozialexperte ausrichten.

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