Meinung : Strategie der flexiblen Antwort

IRANISCHES ATOMPROGRAMM

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Selbst nach mehrtägigen Verhandlungen konnte sich die Atomenergiebehörde nicht auf eine Resolution zum iranischen Atomprogramm einigen. Klar ist, dass das MullahRegime Jahre lang gegen den Atomwaffensperrvertrag verstoßen hat. Auch wenn die Inspekteure von Mohammed al Baradei bisher keine harten Beweise für den Atombombenbau gefunden haben, weisen doch alle Indizien darauf hin, dass Iran mit seinem zivilen Atomprogramm ein militärisches zu verschleiern suchte. Deshalb wollen die USA, dass sich der Weltsicherheitsrat mit diesem Thema beschäftigt. Die Europäer hingegen verweisen auf die deutsch-französisch-britische Initiative, die Iran dazu gebracht hat, schärfere und unangekündigte Inspektionen von Atomanlagen zuzulassen. Sie wollen erst einmal überprüfen, wie ernst es den Iranern ist mit der Offenlegung ihres Programmes. Und auch die Wiener Behörde braucht noch Zeit, um den Umfang des iranischen Atomprojekts zu verstehen. Die Europäer haben also Recht, wenn sie sich das Druckmittel Sicherheitsrat für später vorbehalten wollen. Sollten sie sich mit dieser Linie nächste Woche durchsetzen, sind sie aber auch in der Pflicht, Teheran weitere Lügen oder Verzögerungstaktiken nicht durchgehen zu lassen. clw

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