Meinung : Strategie gesucht

CDU–PARTEITAG IN HANNOVER

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Die Macht verschleißt den, der sie nicht hat, hat der italienische Christdemokrat Giulio Andreotti einmal gesagt – den Satz möchte man seinen deutschen Freunden als Motto für ihren heutigen ersten Parteitag nach der verlorenen Bundestagswahl empfehlen. Es könnte der Mäßigung im Strategiestreit dienen: Leidet die CDU wirklich unter einem Mangel an Programm, waren es die jungen Frauen, die sie scheitern ließen, oder doch die Alten, die ihr so treu nicht mehr sind? Oder hat sie es diesmal einfach nicht geschafft, weil nur vier Jahre nach der AntiKohl-Wahl vergangen waren? Die CDU hat die Macht derzeit nun einmal nicht und streitet – verschleißt? - sich über der Frage, ob es mit einer anderen Strategie besser geklappt hätte gegen einen Kanzler, der sich im Wahlkampf erfolgreich gegen die Flut im Osten und den Krieg im Irak stemmen konnte. Da ist es gut, dass ein Parteitag von nur einem Tag Dauer so grundsätzlich gar nicht werden kann. Das sollten die Christdemokraten besser in den nächsten vier Jahren werden. Das neue Marktsegment für sie könnte das sein, das Rot und Grün im letzten Wahlkampf aufgegeben haben: Korrekte Zahlen und Realismus. Nach dem ernüchternden Kassensturz der amtierenden Regierung sehnen sich viele nach Wahrheit schon vor der Wahl. Das Volk möchte ernst genommen werden. Wer da etwas wagt, könnte die nächste Wahl gewinnen.ade

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