Strauss-Kahn-Nachfolge : Der IWF muss neu denken

Vor dem nächsten Chef liegt eine große Aufgabe. Und eine große Chance. Er kann den IWF reformieren und zu einer Organisation machen, in der die Staaten die Welt krisenfester machen.

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Als die Griechenlandkrise ausbrach, hatten die meisten Deutschen den IWF schon vergessen. Der Internationale Währungsfonds hatte seine große Zeit in den 80er und 90er Jahren, als er die krisengeschüttelten Regionen in Asien und Lateinamerika mit Milliardenkrediten unterstützte. Eine Unterstützung, auf die manche gern verzichtet hätten: Die rücksichtslose Sparpolitik, die ihnen der vom Westen dominierte Fonds verordnete, hat viele Länder ins Unglück gestürzt. Dann verschwand er aus den Nachrichten. Erst mit der Euro-Krise tauchte sie wieder auf. Heute hängt Europa am Tropf des IWF. Besser wäre es gewesen, der Währungsfonds hätte sich vorher zu Wort gemeldet: Indem er, wie es seine Aufgabe ist, die globalen Geldströme überwacht und rechtzeitig vor der Gefahr gewarnt hätte. Vor dem nächsten Chef liegt eine große Aufgabe. Und eine große Chance. Er kann den IWF reformieren und zu einer Organisation machen, in der die Staaten ihre Wirtschafts- und Währungspolitik koordinieren und so die Welt krisenfester machen. Dafür braucht es nicht nur Expertise, Charisma und Ansehen. Sondern vor allem die Beteiligung und das Vertrauen derer, die der IWF einst so schwer enttäuscht hat – der Schwellenländer.mirs

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