Streik im öffentlichen Dienst : Ohne Fantasie

Der Kampf geht weiter, hier und da wird ein bisschen gestreikt. Das sind die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes in Berlin ihren Mitgliedern schuldig.

Ulrich Zawatka-Gerlach

Es kommt auch nicht überraschend, wenn die Arbeitnehmer heute das Angebot des Senats – Einmalzahlungen von 450 Euro über zwei Jahre – als nicht verhandlungsfähig ablehnen. So kann sich jene Bevölkerungsgruppe, die in den letzten fünf Jahren den größten Beitrag zur Sanierung des Berliner Haushalts geleistet hat, von Rot-Rot nicht abspeisen lassen. Zumal hinter der Senatsofferte, auch wenn sie noch aufgepeppt wird, kein tarifpolitisches Konzept steht. 2003 war das anders, da wurde mit den Gewerkschaften ein Solidarpakt abgeschlossen. Weniger Geld für weniger Arbeit, Kündigungsschutz bis 2010. Dieser Pakt läuft Ende nächsten Jahres ersatzlos aus, die Arbeitszeiten und Gehälter werden dann wieder steigen, was den Landesetat auf einen Schlag nicht unerheblich belastet. Ein schlauer Deal wäre besser: Sofort mehr Geld für die Landesbediensteten, dafür ab 2010 mehr Kostenkontrolle durch eine neue Tarifvereinbarung für Berlin. Fantasie ist gefragt, nicht langweilige Kraftproben. za

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