Streik in Berlin : Dissens im Senat

Nun kommt es richtig dicke für die Berliner – ohne BVG und S-Bahn. Die bisherige Gelassenheit wird da schnell in Groll umschlagen. Auch die Landesregierung wird unruhig.

Denn im öffentlichen Dienst, für den bis 2009 noch der sogenannte Solidarvertrag gilt, wächst ebenfalls die Streiklust. Das hat der Regierende Bürgermeister gemerkt, der anfangs strikt gegen jede Lohnerhöhung für die BVG war. Diesen Kurs verfolgt der eifrige Finanzsenator Thilo Sarrazin zwar immer noch – und erreicht mit markigen Worten nur, dass der Druck im Kessel steigt. Doch im rot-roten Senat wird der Dissens spürbar. Die Linkspartei betrachtet mit Sorge, wie der Konkurrenzkampf zwischen Verdi und GDL die Scharfmacher nach vorne treibt. Den nach 2005 eingestellten und deutlich schlechter bezahlten BVG-Mitarbeitern wie angeboten sechs Prozent mehr zu zahlen und den viel besser bezahlten Altbeschäftigten einen symbolischen Betrag, wäre ein Akt der Solidarität. Immerhin garantiert die Stadt die Arbeitsplätze bei der hoch verschuldeten BVG. Wo die Lösung liegt, hängt davon ab, wie schnell Klaus Wowereit mit verhandelt. Je länger er wartet, umso teurer wird es. gn

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