Strobl und Schäuble : Geteilt durch zwei

Einer der Vizevorsitzenden der Bundes-CDU stand auf der großen Bühne im Hintergrund, obwohl er ganz weit vorne war: Thomas Strobl, Chef der Baden-Württemberger. Wie hatte es die zuvor gebeutelt – mit Machtverlust, Substanzverlust, Vertrauensverlust. Und jetzt? Wieder da! Fast 46 Prozent der Zweitstimmen (bei grandiosen Erststimmenergebnissen) im Südwesten waren entscheidend für Angela Merkels Wahlsieg im Bund. Der Modernisierungskurs des im Grundsatz konservativen Strobl hat die SPD unter 20 Prozent gedrückt und die Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann gen zehn Prozent. Das bedeutet viel. Erstens: Strobl, anfangs nicht unumstritten, kann seine Macht ausbauen. Zweitens: Er ist der Aspirant auf die Spitzenkandidatur 2016. Drittens: Merkel muss ihren Vize, der im Bundestag sitzt, angemessen belohnen. Angemessen wäre ein Ministeramt, passend das Innenressort. Das wirft Probleme auf. Aus Baden-Württemberg kommt auch Wolfgang Schäuble, und zwei klassische Ministerien kann der Verband nicht bekommen; er stellt in Volker Kauder noch den Unionsfraktionsvorsitzenden. Hinzu kommt: Strobl ist Schäubles Schwiegersohn. Auf wen soll oder kann Merkel da verzichten? Heikel, heikel. Das muss jetzt in der Familie geklärt werden. Der Unionsfamilie. cas

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