Strom-Volksentscheid in Hamburg : Noch so ein Fall

Schlimmer kann es nicht kommen für Vattenfall. Vor ein paar Jahren ging es los mit Pannen in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel, dann kam eine Energiewende, die die Geschäftsgrundlagen auf den Kopf stellte, und seit Sonntag ist der Verlust der Stromnetze in Hamburg und Berlin wahrscheinlich. Mit Hamburg hatten die Vattenfall-Manager nicht gerechnet. Denn da gibt es doch Olaf Scholz, der die Stadt so wunderbar im Griff hat und dem die Leute folgen. Nix da. Scholz hat verloren und Vattenfall hat verloren und selbstverständlich strahlt das Hamburger Ergebnis auf Berlin aus, wo am 3. November der zweite Volksentscheid ansteht. Gegen den Widerstand des Hamburger Senats und gegen SPD, CDU und FDP haben die Bürger votiert. Dabei ist überhaupt nicht klar, was das Netz kostet und was es bringen soll, wenn die Kabel dem Staat gehören. Egal, Hauptsache nicht mehr in der Hand eines bösen Stromriesen, der die Energiewende hintertreibt, die Luft mit Kohleverstromung verpestet und die Verbraucher mit hohen Preisen abzockt. Solche Vorbehalte mögen mehr oder weniger berechtigt sein. Das Misstrauen gegen Vattenfall ist groß. Und so ist es auch nur folgerichtig, wenn der schwedische Staatskonzern darüber nachdenkt, künftig weniger Geschäfte in Deutschland zu machen. alf

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