Strompreise : Die halbe Wahrheit

Strom wird also wieder teurer. Die Netzbetreiber werden ab Januar 3,5 Cent, statt wie bisher zwei Cent, je Kilowattstunde auf den Preis aufschlagen. Dieses Geld reichen sie an die Produzenten von regenerativem Strom weiter – also auch an jeden Hausbesitzer mit Solardach. Weil diese einen gesetzlichen Anspruch auf Vergütung haben und immer mehr Menschen in erneuerbare Energien investieren, steigt der Preis für alle. Man könnte dieses Verfahren auf die Aussage verdichten: Erneuerbare Energien treiben den Strompreis hoch. Faktisch stimmt das – und doch wäre das populistisch, weil nur die halbe Wahrheit. Denn während die umlagefinanzierte Förderung für erneuerbare völlig transparent ist, ist bis heute unklar, wie viel der Steuerzahler für die Förderung der Kernenergie ausgegeben hat. Mindestens 204 Milliarden Euro seit 1950, rechnet Greenpeace vor. Die Akw-Kosten verstecken sich überall, auch im Etat des Bundesforschungsministeriums. Insofern sollte man die neue Strompreiserhöhung nehmen als das, was sie ist: einen Beitrag der heutigen Generationen für den ökologischen Umbau unseres Energiesystems. Künftige Generationen werden es uns danken. kph

Seiten 1 und 15

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben