Meinung : Sünden stunden

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Wir müssen uns die Lage der Superreichen ungefähr so vorstellen, dass sie ja sooo gern was für Deutschland tun würden. Schon lange rührt sich ihr Gewissen, weil das viele Schwarzgeld in der Schweiz, in Liechtenstein und auf den Cayman Islands arbeitet und dort märchenhaften Mehrwert abwirft, während Deutschland darbt. Das Angebot der Bundesregierung, gegen 25 Prozent Provision auf die Strafe zu verzichten, trifft da auf den Punkt, allerdings nur fast. Denn wie wir von der Deutschen Bahn lernen können, steht und fällt der Erfolg solcher Tarifsysteme mit der präzisen Ausgestaltung. Kommen also zwei oder mehr Steuerflüchtlinge reumütig zusammen aufs Finanzamt, könnte ihnen der Staat je ein Prozent erlassen. Ist der Vater bereits einschlägig vorbestraft? Fünf Prozent Abschlag. Termin der Geldübergabe drei Monate vorher angekündigt? Liegt ein Wochenende zwischen der Kontenauflösung und der Generalbeichte? Gibt alles Rabatt. So geht moderne Steuerpolitik! Gewiss: Auch dann werden Reporter in den Fluren der Finanzämter nörgelnde Milliardäre interviewen, die sich in langen Schlangen vor ihrem Sachbearbeiter anstellen, um noch die alten Konditionen… Nein, Leute: jetzt oder nie. Wer zu spät kommt, muss im nächsten AttacBüro die Papierkörbe leeren. Bei Wasser und Brot.

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